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Gibt es Detox?

Es gibt Menschen, die sagen, das mit dem Detox ist reiner Humbug. Ich gehöre nicht zu ihnen. Im Gegenteil. Jedes Jahr mache ich schon seit Dekaden eine jährliche "Detox"-Kur, nicht übermäßig oder unrealistisch, sondern ganz einfach, und ich finde, sie tut mir gut. Dazu muss ich keine teuren Sachen bestellen oder irgendwohin gehen. Ich mache das "so ganz nebenbei" während meines ganz normalen Arbeitsalltages. Meine Gesundheit im zarten Alter von 56 Jahren gibt mir bisher Recht. Um mich herum haben gerade viele Leute starke Erkältungen und andere grippale Infekte.

Was mache ich? Ich versuche, mich "basisch" zu ernähren und die eher sauer-machenden Substanzen wegzulassen, und zwar nicht auf einmal, sondern sukzessive, bis ich dann nach ca. 4 Wochen bei einer reinen grün-veganen Diät bin, die ich aber nur 3 Tage mache. Am Aschermittwoch und zufällig auch dieses Jahr parallel zum Fastenmonat Ramadan habe ich mit dem Weglass-Programm begonnen und fühlte mich schon nach 5 Tagen leichter und vitaler. Das ist schon mal ein wunderbarer Bonus des Programmes. Ob es wissenschaftlich erwiesen meine Leber erleichtert, mein Immunsystem boostet oder mich jünger aussehen lässt - was weiß ich. Ich fühle mich prächtig und bewegungsfreudiger, weniger müde und bereit, mich für die aktivere Zeit im Frühling vorzubereiten.

Was ich als erstes weglasse: Fleisch und Fisch, die ich ansonsten auch kaum zu mir nehme, also das fällt fast gar nicht auf. Morgens ein Glas lauwarmes Wasser mit Apfelessig auf den nüchternen Magen - bringt mich in einen schon eher basischen Zustand. Als nächstes weglassen: Alles Zucker- und Weißmehlhaltige. Also, sorry, liebe Bäcker, ihr könnt von mir aus gleich mal 6 Wochen Betriebsurlaub machen wegen mir oder auf glutenfrei, Linsen- und Kichererbsenmehl umsteigen.

In der 2./3. Woche verabschiede ich mich von tierischem Eiweiß, den Eiern, Milchprodukten, dem geliebten Joghurt, Quark und Frischkäse. Kein Käse mehr, das ist erst mal etwas schwieriger, aber ich ersetze mit gutem Öl und Avocados, Nüssen, und Linsen/Bohnen.

Ich ernähre mich dann von relativ großen Mengen Salat und Gemüse, die ich aber nur bis 14:00 in Rohform verköstige. Da ich auch ein überflüssiges Kilo Gewicht loswerden wollte, gibt es ab 17:00 nichts mehr zu essen. So schlafe ich hervorragend. Mein Körper fühlt sich beweglicher, leichter und frischer an und meine immer wieder im Winter aufscheinenden Gelenkschmerzen treten in den Hintergrund. So war das bisher und nun, da ich heute die 4. Woche einläute, bin ich schon sehr zufrieden.

Ich versuche immer "grüner" zu werden, auch beim Einkaufen, und natürlich auch auf Bio zu achten. Ich bin dabei nicht dogmatisch streng mit mir, lasse den Körper mitentscheiden, und er kooperiert, denn er fühlt sich einfach super gut mit den vielen grünen, frischen Sachen. Kiwis, Trauben, Äpfel, Erbsen, Rosenkohl, Spinat, alles schmeckt super lecker, mit ein bisschen Hummus, Kichererbsen, Mais, etc. Ich werde immer einfacher, lasse immer mehr Gewürze weg, und komme dann bald in die Woche mit nur noch Grün. Ich ziehe meine einenSprösslinge und Weizengras, das ich versafte und mit frischem Ingwer und Kurkuma in Saftform trinke. Alles schmeckt super lecker. Interessanterweise schmeckt das "einfache" immer köstlicher, je mehr das hoch-raffinierte Essen aus meinem System raus ist. Mittlerweile kann ich sogar von einem Salatkopf einfach so abbeissen und er schmeckt herrlich. Wenn ich etwas Warmes möchte, gibt es Quinoa, Hirse oder (seltener) Reis mit Gemüse.


Am schwersten fällt mir die Verabschiedung von Kaffee, den ich sonst eigentlich eher entkoffeiniert trinke, aber als Ritual in meinem Tagesablauf liebe. Ich habe mit Lupinenkaffee eine sehr angenehme und auch wohlschmeckende Alternative gefunden und als Yogini ist für mich ein Unterbrechen eines Routine-Ablaufes sehr wichtig, um wach zu bleiben, und Süchten vorzubeugen. Den Zeitpunkt mache ich intuitiv. Irgendwann in dem Prozess macht es Klick und ich bleibe weg davon. Es ist so, wie wenn man sich in ein Boot setzt und einfach das bekannte Ufer verlässt, sich auf die Reise einlässt und auch hier und da Unannehmlichkeiten in Kauf nimmt, wissend, dass da hinten eine wunderschöne Insel auf mich wartet, wenn ich dran bleibe.

Beim nächsten Mal schreibe ich, wie ich durch ein völlig entspanntes Bewegungsprogramm diese Kur unterstütze. Dies ist gedacht als Selbstliebe und Gesundheitsförderung, nicht als Folter. Das gute Gefühl, das sich Tag um Tag einstellt ist Belohnung und Anreiz, weiterzumachen und so ganz nebenbei ist das "Winterspeckerle" dahingeschmolzen.


Welche Erfahrungen machts du? Machst du ähnliche Kuren oder wie geht es Dir damit?

 
 
 

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