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Steg ins Meer, sehr ruhig

Psychotherapie

Gegenwärtigkeit ist der Schlüssel zur Freiheit, du kannst also

nur jetzt frei sein. - Eckhart Tolle

Worunter leidest du? 

Du bist nicht allein! Viele Menschen leiden unter 

  • Depressionen und Burn-Out, auch und besonders bei Managern/Leistungskräften

  • Trauer

  • Ängste und Phobien, z.B. Versagensangst, Angst vor Tieren, sozialen Ängsten, manchmal mit Panikattacken, Alpträumen etc, oft auch im Zusammenhang mit erlebten Traumen (ein oder mehrere sehr beängstigende Ereignisse, oder auch eine Folge von sogenannten “Mikrotraumen”)

  • Nervosität und Angespanntheit, die man sich nicht erklären kann

  • Schlafstörungen

  • Sexuellen Problemen

  • Wechseljahrsbeschwerden

  • Süchten und Abhängigkeiten, z.B. Online-Kauf und -Spielsucht oder auch "Workaholismus"

  • Ess, Gewichts- und Selbstbildproblemen

  • Ziel-und Sinnfindungskrisen

  • Selbstwert, Selbstakzeptanzproblemen

  • der Bewältigung bestehender körperlicher Erkrankungen oder psychosomatischen Krankheiten

  • Beziehungs- und Kommunikationsproblemen, z.B. Schwierigkeiten, sich abzugrenzen und Nein zu sagen

  • Genereller Unzufriedenheit

Deine Psyche ist meist massgeblich an diesen Beschwerden beteiligt. Sie ist sehr weise und macht nichts grundlos. Somit sind dein Denken, Fühlen und Handeln, deine psychosomatischen Beschwerden nicht nur ein Problem, sondern auch vielleicht eine wertvolle Botschaft Deiner Seele, die Du bisher noch nicht gehört hast und die es nun zu verstehen gilt... Ein erster Schritt dahin ist, Dir Zeit dafür zu nehmen und Dich auch gegebenenfalls mit Deinem biographischen Gewordensein auseinanderzusetzen. Niemand - ausser Du selbst - kann Deine Probleme für Dich lösen. Da dieser Prozess nicht leicht ist, empfiehlt es sich, dass Du Dir dazu professionelle Hilfe nimmst. Dazu stehe ich gerne zur Verfügung.

Sei, wie du wirklich bist. - Ramana Maharshi

 

Dauer, Ablauf und Kosten 

Dauer und Preise findest du hier: Infos & Preise

Du bist einzigartig! Jeder Mensch hat seinen eigenen Therapieprozess. In unserem Erstgespräch geht es darum zu klären, was Dein Problem ist und was Du Dir als Ziel vornimmst. Deine Therapie kann nach einigen Sitzungen schon beendet sein, da Du nur kurz Coaching brauchtest, um selber auf den Weg zu kommen. Oder sie dauert 8-10 Wochen, weil Du tiefer verstehen willst, was bei Dir los ist. Wenn Du mit Deiner Lebensgeschichte und mit sehr hartnäckigen emotionalen und/oder Verhaltensproblemen verstehend und verändernd arbeiten möchtest, dann brauchst Du eventuell mehrere Monate Therapie, jedoch mit gegebenenfalls längeren Abständen. Wie oft wir uns sehen, liegt an deinen Zielen und Ressourcen.

Als generelle Richtlinie gilt, dass wir uns am Anfang häufiger und regelmäßiger, z.B. einmal pro Woche oder alles 14 Tage, gegen Ende ausschleichend seltener sehen. Du kannst also bei 10 Sitzungen mit einem Budget von 1000 Euro rechnen, die du variabel bezahlen kannst.

Wie arbeite ich psychotherapeutisch? 

Die heutige Psychotherapie kennt viele Methoden, die letztendlich auf einigen wenigen Wirkprinzipien beruhen. Behandlungsschwerpunkte hängen von deiner Diagnose und deinen Zielen ab. Nach einem diagnostischen Eingangsgespräch, in dem Du für Dich prüfst, ob Du mit mir arbeiten möchtest, werden wir gemeinsam einen Therapieplan mit Deinen Zielen erarbeiten. Dann werde ich entsprechende effektive Methoden vorschlagen, um diese Ziele für Dich erreichbar zu machen.

 

Ich arbeite sehr gerne mit dem, was das Hier und Jetzt bringt, mit achtsamkeitsbasierenden Methoden der Hakomi Therapie und der Acceptance Commitment Therapy, die Dir die Innenschau in Deine Psyche, aber auch die Selbstwahrnehmung Deines Körpers  erleichtern sollen. Dabei halte ich mich an die Vorgehensweisen der kognitiven Verhaltenstherapie und der Selbstmanagement-Therapie, verwende mitunter auch angstkonfrontative Verfahren, z.B. auch Brainspotting. Bei Bedarf nach Entspannungsverfahren biete ich yogatherapeutische Atemtechniken, Visualisationen und Meditationen, im Einzelfall auch ganz spezifische Körperübungen, die genau für Dich massgeschneidert sind. Natürlich begleite ich Dich dabei.

 

Veränderung braucht einen sicheren Raum und Vertrauen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Du mit einer Person, der Du ganz vertrauen kannst, in eine therapeutische Beziehung eintreten kannst. Viele Studien haben belegt, dass die therapeutische Beziehung  der wichtigste Wirkfaktor der Therapie ist. Deshalb ist die Auswahl der Therapeutin sehr wichtig.

Dies trifft für Einzel- aber auch Gruppensitzungen zu.

 

Warum Gruppentherapie?

Therapiegruppen mit ca. 8 Teilnehmern haben den Vorteil, dass Du Dich mit Gleichgesinnten austauschen und Dich selbst neu kennenlernen und ausprobieren kannst, natürlich im Rahmen von Schweigepflicht. Für eine Gruppentherapie meldest du dich verbindlich jeweils für 10 Wochen an und verpflichtest Dich zur regelmässigen Teilnahme. Dadurch entsteht ein Gruppengefühl, das Dir Halt und auch Sicherheit geben kann.

 

Kosten: 10 Sitzungen á 75 min: 350 Euro. 

Besonders bei Problemen mit sozialen Ängsten, nach stationärer Therapie in der Psychosomatik, aber auch parallel zu oder im Anschluss an eine ambulante Einzeltherapie bietet sich eine therapeutische Begleitung durch die Gruppe an, was ich sehr empfehle. Anmeldung unter 08561-9069719 oder hier.

Get out of your mind and into your life. - Stephen C. Hayes

Zum Thema Burn-Out und Depression habe ich einen Artikel geschrieben für die yoga Plattform yoga me home: Burnout und Depression: Was ist der Unterschied? (yogamehome.org)

  1. Was ist Depression?

  2. Was ist ein Burnout?

  3. Der gemeinsame Kern

  4. Die Ursachen von Burnout vs. Depression

  5. Die 12 Stadien des Burnouts

  6. Depression aus Sicht des Yoga

  7. Wie Yoga helfen kann

  8. Yoga-Videos bei Burnout

  9. Buch-Empfehlungen

Es gibt gerade vieles, was uns bedrängt und überfordert. Nicht nur die gesundheitlichen, auch die sozialen Bedingungen sind zurzeit erschwert. Unsicherheit durch widersprüchliche Informationen, sozialer Druck, Isolation, Spaltung… Corona macht Stress. Es hat die Zahl der Menschen, die an Depression leiden, weiter in die Höhe getrieben. Dies zeigt eine Studie von 2021 in der wissenschaftlichen Zeitschrift The Lancet Psychiatry. Langzeitstress kann depressiv machen, könnte man sagen.

Und genau das haben Depression und Burnout gemeinsam: lange andauernden „Stress“. Ob er nun von außen kommt oder „nur“ erlebt ist, in Form von Hilflosigkeit oder Überforderung.

Wie unterscheiden sich Burnout und Depression?

Der Unterschied zwischen Burnout und Depression ist in der Essenz: Burnout bezieht sich auf die Arbeit. Der/die Betroffene erlebt sich dort als „an der Wand“, „ausgebrannt“, „verheizt“, „mega-erschöpft“, „wenig gewertschätzt“ und „ausgenutzt“, „gemobbt bis an den Zusammenbruch“.

Burnout ist erlebnisbasiert in Bezug auf die Arbeit – im Unterschied zur Depression. Depression kann als eine späte oder fortgeschrittene Stufe des Burnouts gesehen werden.

Anders ausgedrückt: Burnout kann – muss aber nicht – eine Vorstufe der Depression sein.

In diesem Artikel schauen wir uns an, wie man Depression und Burnout erkennt – und wie Yoga helfen kann.

Fühlst Du Dich erschöpft und suchst schnelle Hilfe? Dann probiere dieses Video mit Renate, das bereits in 10 Minuten Erholung bringt:
VIDEO: ERSTE HILFE YOGA BEI ERSCHÖPFUNG & BURNOUT

Was ist Depression?

Depression ist ein länger andauernder Zustand, in dem die Neurochemie im System außer Balance geraten ist.

Wenn Du Dich fragst, ob Du selbst eine Depression hast, kannst Du gerne diesen Selbsttest machen.

Zur Depression als klinische Erkrankung gehören zwei von diesen drei wesentlichen Merkmalen (Symptomen):

  • Gedrückte Stimmung und/oder Ängste, innere Unruhe

  • Freud- und Interesselosigkeit

  • Antriebslosigkeit und Ermüdungsgefühl („Coach Potato“)

Meist kommen dann noch dazu:

  • Vermindertes Selbstwertgefühl

  • Beschäftigung mit dem eigenen Tod bis zu Suizidgedanken

  • Sinnlosigkeitserleben und Leeregefühl

  • Selbstzweifel und Selbstvorwürfe („Ich bin schuld.“, „Ich kann das eh nicht.“)

  • Entscheidungsunfähigkeit

  • Negatives Denken, in allem werden Katastrophen gesehen

  • Fremd- und Selbstabwertungen („ich bin schlecht“, „die/der ist doof“, etc.)

  • Weniger oder keine Lust auf Sex

  • Schlafstörungen

  • Appetit- und Gewichtsveränderungen

Wenn diese Phänomene auftreten, ist das zum Einen im subjektiven Erleben der/des Betroffenen. Aber es hat dann auch schon die Neuro-Biochemie verändert, in Bezug auf sein/ihr ganzes Leben.

Gedrückte Stimmung, Ängste und Ermüdung sind typische Symptome einer Depression.

Was ist ein Burnout?

Die Depression ist ein fest etabliertes Krankheitsbild, das schon seit vielen Jahrzehnten in das Verzeichnis der Weltkrankheiten aufgenommen ist, während die offizielle Diagnose „Burnout“noch relativ jung ist. Erst seit Beginn dieses Jahres ist das Burnout anerkannt und im ICD-11 (Internationale Klassifikation der Krankheiten) gelistet.

Burnout wird hier definiert als Syndrom aufgrund von „chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet werden konnte“.

Die drei wichtigsten Merkmale (Symptome) eines Burnouts nach ICD-11 sind:

  1. Ein Gefühl von Erschöpfung und Energielosigkeit

  2. Mentale Distanz oder negative Haltung zum eigenen Job, auch Zynismus

  3. Ein verringertes Leistungsvermögen im Beruf

Alle drei Merkmale sind berufsbezogen, gelten nicht für private Erschöpfungszustände - was sich meines Erachtens diskutieren ließe. Nach diesen Diagnosekriterien hat also eine Person, die einen geliebten Menschen jahrelang im Krankheits- und Sterbeprozess begleitet und dabei „ausbrennt“ kein Burnout, sondern eher eine Erschöpfungsdepression.

Ich und andere denken, dass sich in den nächsten Jahren noch einige Veränderungen in der Definition dieser emotionalen und kognitiven Erschöpfungszustände entwickeln werden und wir immer genauer differenzieren werden müssen.

Wo etwas ausgebrannt ist, da hat vorher etwas gebrannt, vielleicht sehr oder zu stark.

Dem massiven Gefühl der Erschöpfung ging viel Energie und Elan voraus. Dem Motivationsausfall großes, manchmal sogar perfektionistisches Engagement oder gar Arbeitssucht. Dem ausgeprägten Sinn- und Bezugslosigkeitsgefühl ein meist als sehr wichtig erachtetes Verpflichtungsgefühl.

Es gehört also auch eine enorme Portion Enttäuschung, Frust, Missmut über die anderen, den Arbeitsplatz, aber auch die eigenen Erwartungen dazu, wenn es nach einer langen Zeit des Vollgas-Gebens und der Überanstrengung zu einem Crash kommt.

Im neuen Begriff des „Burn-on“ (Bert te Wildt) wird sogar das lange anhaltende Ausgebranntsein beschrieben, in dem „wir zuallererst Opfer unserer eigenen überzogenen Ansprüche“ werden, ohne dabei völlig zu kollabieren, nur „immer kurz vorm Burnout“ schweben.

Burnout entsteht durch chronischen Stress und Überlastung am Arbeitsplatz - oder im Privaten.

Der gemeinsame Kern von Burnout und Depression: Stress und Ressourcen-Erleben

Nach der Abgrenzung von Burnout und Depression schauen wir uns nun die Gemeinsamkeit an: der chronische Stress.

Stress heißt: Anforderung und Bewältigungsressource passen nicht. Also platt ausgedrückt: Etwas ist mehr, als wir leisten können.

Wir erleben unsere Möglichkeiten zum Bewältigen als nicht adäquat und haben kein Gefühl der Kontrolle. Ein klassisches Experiment ist das Beispiel der Ratte im Käfig, die herumrennt, Hebel bedient und doch keinen Käse bekommt, sondern hin und wieder Stromstöße (Experiment von Seligman).

Durch den anhaltenden Stress können Burnout und Depression entstehen.

…wenn die Anforderungen zu viel werden.

Eine Kombination aus hohen Anforderungen, Deadlines, Druck und dem Erleben von Hilflosigkeit, also mangelnder Wirksamkeit des eigenen Tuns - und zwar dauerhaft - ist der Nährboden für sowohl Burnout wie auch Depression.

… oder zu wenig.

Leistungsanforderungen unserer Gesellschaft bzw. Arbeit sind per se ja nichts Schlechtes. Sie garantieren Qualität, pünktliche Züge, Lieferung von makelloser Ware etc., was wir alle gerne haben.

Ein gesundes Maß an Anforderung ist motivierend und bringt uns Zufriedenheit und einen Zustand des „Flow“. Ein „zu wenig“ unterfordert uns, verursacht ein Sinnlosigkeitsgefühl und Langeweile. Auf Dauer kann es sogar zu einer depressiven Erschöpfungssymptomatik kommen, dem sogenannten Bore-Out (boring bedeutet langweilig), bei dem auch Aggressionen und eine Sinnkrise mit auftreten können.

Die Ursachen von Burnout vs. Depression

Depression und Burnout unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihrer Erscheinungsform, sondern auch in den sie auslösenden Bedingungen und sie verstärkenden Faktoren im Menschen selbst und in der Umwelt.

Mit dem Blick des biopsychosozialen Modells versuchen wir, die wichtigsten Einflussfaktoren in der Umwelt, in der Psyche und Lebensgeschichte verstehen und, wenn möglich, zu beeinflussen, um eine Veränderung zu bewirken.

Die Frage, die sich viele Betroffene stellen, ist: Wie konnte es bei mir so weit kommen?

„Alles, was man eigentlich gerne möchte und macht, wird zu einem einzigen dunklen Müssen, wird abgearbeitet und damit vom Dauerstress-Modus vereinnahmt.“
(te Wildt)

Vermutete Ursachen von Depression und Burnout sind mannigfaltig:

  • Über- oder Unterforderung

  • Überempfindlichkeit

  • Biographisches: Traumatische oder angstbesetzte Erfahrungen der Hilflosigkeit, die nicht aufgearbeitet werden konnten.

  • Auch Ernährung, Krankheitsbewältigung und, ganz aktuell, Long- bzw. Post-Covid mit Konzentrations- und Gedächtnisproblemen spielen evtl. eine größere Rolle als aktuell bekannt ist.

Die 12 Stadien des Burnouts

Im Verlauf des Burnouts kommt es zu 12 Stadien, die Freudenberger und North herausgearbeitet haben.

Vom Stadium 1, dem Zwang, sich zu beweisen über das Stadium 2 „Verstärkter Einsatz“ gelangst Du zuerst zur nicht sehr auffälligen Vernachlässigung eigener Bedürfnisse. Z. B. hast Du weniger Interesse an Deinen sozialen Kontakten oder Lust auf Sex.

Damit wärst Du, wenn Du dann auch eigene Bedürfnisse verdrängst (Nr. 4) und auch das, was vorher wichtig war, nun als weniger wichtig bewertest, schon beim Stadium Nummer 5.

Wenn Du Dich weiter pushst und dann immer mehr Fehler auftreten, Du diese aber verleugnest (6), Dich immer mehr zurückziehst (7. Stadium), sich Dein Verhalten immer mehr verändert, z.B. Du Dich immer mehr auf Deine Arbeit fixierst (Stufe 8), erreichst Du schließlich die „Depersonalisation“, wo das Gefühl für Dich selbst nicht mehr greifbar ist, auch die eigene Wertschätzung verloren geht.

Hier wird es schon sehr ernst, und eigentlich bist Du hier nicht mehr „gesund“ und arbeitsfähig, Deine Lebensqualität ist schon sehr gering. Dies wäre Stadium 9, das dann, wenn keine Veränderung erfolgt, nur noch in innere Leere (10.) mündet und schließlich, an 11. Stelle, von Depression gefolgt werden kann.

Das fulminante Finish würde dann die „Völlige Burnout Erschöpfung“ mit sehr schlechtem psychischen und körperlichem Allgemeinzustand, nicht selten zunehmenden Selbstmordgedanken, bieten.

Damit es nicht zum Burnout kommt, ist es wichtig, diese Stadien zu kennen und sich dabei, so früh es geht, aufzufangen und Alternativen zu entwickeln. Hierbei kommt Yoga und Entspannung eine essenzielle Rolle zu.

Diagnose einer Depression

Je nach Intensität dieser oben genannten Symptome, die für eine Depressions-Diagnose zwei Wochen überdauern und überwiegend vorhanden sein müssten (weitgehend unbeeinflusst von äußeren Faktoren) liegt eine Depression leichten, mittleren oder schweren Grades vor.

Sie kann erstmalig als Episode auftreten oder immer wieder kommen, manchmal unterbrochen von extremen Hochphasen, was dann eine bipolare Störung wäre. Erschöpfung und Motivationsprobleme wären hier nur ein Aspekt von vielen.

Du kannst nicht mehr lachen? Fühlst nichts mehr? Du hast keine Lust auf Nix? Und das schon seit geraumer Zeit? Das könnten Zeichen von Depression sein.

Wenn dann auch noch Gewichtsverlust, Schlaflosigkeit oder auch Konzentrationsprobleme dazukommen, dann mach doch den Selbsttest und beginne, Dich damit auseinanderzusetzen. Suche auch das Gespräch mit einer professionellen Person.

Yoga kann zur Entspannung und Selbstwahrnehmung bei Burnout und Depression helfen.

Depression aus Sicht des Yoga

Aus Sicht des Yoga ist Depression ein Ausdruck der Suche nach Sinnhaftigkeit und der Sehnsucht nach Verbindung. Hier klingt also ein spiritueller Aspekt der psychischen Störung an, die für uns Yogis nicht unerheblich sein sollte.

Yogi Bhajan beschreibt die von ihm sogenannte „kalte Depression“ damit, dass wir „eine permanente emotionale Energieverschwendung“ an unserem Körper betreiben und „keinerlei Energiereserven aufbauen“ können…“

Wie Yoga helfen kann

Indem Du mehr auf die Zeichen Deines Körpers und Deiner Befindlichkeit achtest, kannst Du potenzielle Frühstadien erkennen. Im Yoga üben wir diese Selbstwahrnehmung:

  1. Grenzen wahrnehmen

  2. Grenzen akzeptieren bei Asana oder auch Pranayama

  3. Grenzen auch hinterfragen

  4. Veränderungen vornehmen

  5. Stopp sagen

  6. Und vor allem: sich Zeit für sich nehmen für Entspannung, Meditation und Besinnung.

Besonders in den Frühstadien des Burnouts lässt sich noch viel „machen“: Zunächst sanft die Grundanspannung senken und das Energielevel anheben.

Erfahre hier mehr: Yoga gegen Burnout

Hierbei ist die Balance zwischen Streben und Loslassen (Abhyasa und Vairagya) besonders für uns Yogis sehr wesentlich. Denn auch in der Yoga-Szene grassiert ein starker Selbstoptimierungsdruck, der manchmal statt der erwünschten Entspannung und Entlastung erneute, hohe Erwartungen an uns selbst produziert. Besonders hier gilt es, vorsichtig zu sein mit überzogenen Selbstverbesserungs-Programmen.

Bleib also realistisch mit Deinen Zielen, gerade jetzt zum Jahresbeginn. Versuche, Dich zu akzeptieren, da wo Du bist, und Dir gleichzeitig kleine Schritte vorzunehmen.

„Praxis bedeutet, sich darin zu üben, einen stabilen Zustand mentaler Stille zu erreichen.“
Patanjali, Sutren 1.13

Allerdings haben alle Emotionen, darunter auch die der Traurigkeit, bzw. das Fehlen von Motivation einen Informationsgehalt. Du wirst nicht darum herumkommen, herauszufinden, was Dir Deine Ängste, Sorgen, Überforderungsgefühle, Dein Ehrgeiz oder dessen Fehlen sagen wollen.

Yoga-Videos bei Burnout

Yoga kann dir helfen, dich zu erholen und neue Kraft zu schöpfen. Probiere diese Videos mit Psychologin und Yogalehrerin Renate Heiss:

Artikel 

Die Angst vor Mangel und das innere Kind, Kundalini Yoga Journal März 2023

 

Mach ein Experiment mir. Lehn dich zurück, atme tief ein und frage dich: Wer bin ich, wenn ich alles habe, was ich brauche?

 

Ja, ich weiss, du willst jetzt weiterlesen und machst das dann später, fair enough, aber versprochen? Diese Frage sprang mich regelrecht an aus dem Lied „Begin Again“ von der wunderbaren Gruppe LVDY (Album The Woods): „Who am I when I am not seeking? When I got everything I need within my reaching?”

 

Also, vielleicht magst du das Experiment doch jetzt gleich machen? Schliesse 20 Sekunden kurz die Augen, lass den inneren Zustand entstehen, diese Phantasie, alle Bedürfnisse erfüllt zu haben…. … 19…20.. Leicht? Schwer?

Das könnte etwas über dich aussagen. Vielleicht sagt es etwas über deinen Allgemeinzustand in Bezug auf Zufriedenheit. Vielleicht sagt es etwas über Genuss- und Freudfähigkeit, deinen Optimismus. Vielleicht sagt es etwas über deine Bedürftigkeit, deinen Perfektionismus, der immer Verbesserungsmöglichkeiten sieht, deinen Selbstoptimierungsdruck, deine Verunsicherung, deine Verlust- und Todesängste, deine Angst vor Mangel.

 

„Die ‚Generation Mitte‘ ist durch die aktuellen Krisen und deren wirtschaftliche Folgen stärker verunsichert als durch die Corona-Pandemie“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Im Auftrag der Versicherer befragt das Institut für Demoskopie Allensbach jedes Jahr die 30- bis 59-jährigen Menschen in Deutschland. Grassierende Angst vor Mangel: „Zu wenig“ Zinsen, Gas, Zuwendung, Wertschätzung, quality time etc. Mangel ist immer subjektiv und hängt von den Zielen bzw. Erwartungen ab. Für einen Fastenden ist es kein Problem, wenn das Teller leer ist. Für den Skibegeisterten ist es kein Mangel, wenn die Sonne tagelang nicht scheint und stattdessen dicke Schneeflocken kommen. Diese subjektive Bewertung hängt also von unserem Inneren ab, von unserer Zielsetzung, die uns oft nicht bewußt ist. Diese unbewussten inneren Bedeutungsgebungen, die in neuronalen Mustern zusammen eine „Spur im Gehirn“ bilden, nennen wir behelfshalber innere Anteile, darunter „den Perfektionisten“ und das „innere Kind“.

 

Stephanie Stahl hat in ihrem Bestseller „Das Kind in dir muss Heimat finden“ für viele sehr anschaulich beschrieben, was wir in der Psychotherapie schon seit Dekaden als Therapietool verwenden: Eine Verbildlichung dieser inneren „Geisteströmungen“, wie Patanjali dies vielleicht nennen würde. (Sutra 1.1-1.3)

Mir im therapeutischen Kontext oft begegnende mental-emotionale Muster sind:

„Ich bekomme nicht, was ich brauche“. „Ich kriege nicht genug.“, damit ganz eng verwoben:

„Ich bin nicht genug“ oder „Ich genüge nicht, ich bin wertlos. (Stephanie Stahl, in ihrer Beschreibung des Schattenkindes). Demgegenüber stellt sie das Sonnenkind, das Freude, Stärke, Sicherheit, Offenheit, Neugier etc. verkörpert.

 

Dies ist natürlich ein Konstrukt. Es gibt weder das eine noch das andere in Reinform, aber es ist eine hilfreiche Analogie und Verbildlichung. Meiner Erfahrung nach gibt es ein sehr mannigfaltiges Spektrum aller möglichen Kombination dieser inneren Anteile, ebenso mannigfaltig wie jede Persönlichkeit und deren Erfahrungen.

Shapiro benennt „Erwachsenanteile“ als nährende Anteile, die entscheiden, abgrenzen, schützen können und den „spirituellen Anteil“ als ressourcenreiche Ego-States, die in der Therapie eine große Rolle spielen, und dem „inneren Kind“ Halt geben. Das innere Kind kann folgende Qualitäten haben:

  • kreativ, verspielt, grenzenlos, ohne Regeln

  • bedürftig, hungrig,

  • verletzt, schutzlos, hilflos, ängstlich, trotzig

 

Uns sind diese inneren Anteile vertraut, aus Erfahrung, auch von den Teachings von Yoga Bhajan, der in seinem Buch „The Mind“ mit seinen 81 Facetten ähnliche neuronale Cluster, aber aus psychologischer Sicht keine vollständige Liste der inneren Anteile darstellt, womöglich auch, weil mind und Ich/Ego nicht gleichzustellen sind, aber das ist ein anderes Thema. Das Kind-Ich kann sich vielleicht am ehesten im Enthusiasten und Creator im positive mind lokalisieren lassen.

Angst vor Mangel kann also als ein Ich-Zustand gesehen werden, ist ein Konglomerat von Gedanken, Emotionen und Reaktionen des hilflosen, bedürftigen inneren Kindes. Ob dieser Ich -Zustand der aktuellen Situation gerecht wird, gilt es immer wieder zu prüfen. Meist nicht.

 

Als automatisierte „neuronale cluster“ spulen sie sich aber in uns ab, oftmals unbewußt, schneller als ein Reflex. Wir versuchen (auch nicht bewußt) alles, um nicht in dieses Gefühl kommen zu müssen, und entwickeln kompensatorische Verhaltensmuster. Angst vor Mangel, nein, schnell buchen, damit der Platz nicht weg ist, schnell horten, damit Vorräte im Haus sind. Dieser Ich-Anteil kann viel Stress machen, aber auch die stabilisierende Illusion schaffen, Sicherheit durch Materielles zu erlangen, aber gelingt es?

Der Yogi/Die Yogini in uns ist aus der Sicht unserer Ich-Anteile gesehen eine ressourcenreiche Ich-Instanz, die Schutz, Halt und positive Erfahrungen liefert und so das gestresste innere Kind beruhigen kann. In anderen Worten: Angst.

 

„Woraus besteht Angst? Angst besteht aus Unwissenheit, daraus, dass man sich selbst nicht kennt. Es gibt nur eine Angst. Sie manifestiert sich auf viele Arten. Tausendfach kann sie sich manifestieren. Aber im Prinzip gibt es nur eine Angst: Tief innen bin ich vielleicht gar nicht,” Und in gewisser Weise stimmt es. Du bist nicht.“ (Osho)

 

Diese existentielle Angst, nicht zu sein. Nicht-Existenz als Maximal-Mangel. Atme aus, atme dich leer. Bist du noch da? Wer bist du in der Atemleere? Wer bist du jenseits der Angst?

Sei tapfer, schau hin.

 

Literatur:

Osho, Emotionen, Goldmann, 2000

Stahl, S., Das Kind in dir muss Heimat finden, Kailash, 2015

Shapiro, R., Ego-State Interventionen, G.P. Probst Verlag, 2020

Skuban, R., Patanjali´s Yogasutra arkana 2011

GDV: https://www.gdv.de/gdv/medien/medieninformationen/inflation-und-energiepreise-generation-mitte-staerker-verunsichert-als-durch-corona--112710

 

„Yoga ist das Zur-Ruhe-Kommen der dauernd sich verändernden mentalen Muster. Dann ruht der Seher in sich selbst. Dies ist Selbstverwirklichung.“ 

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