Wenn das so einfach wäre... Einfach Sein
- Renate Heiss

- 23. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Kling so einfach. Ist es aber nicht. Oft stelle ich mir die Frage, wie ich es mir und meinen Patienten einfacher machen könnte, einfach zu sein. Dann wären manche heftige Zustände leichter zu bewältigen, manche Symptome weniger intensiv. Die Antwort, die ich für diese einfache und zugleich schwierige Frage, immer wieder finde, ist: Rückkehr zum Selbst, hier und jetzt.
Diesen Rückweg behindert oft, dass wir etwas anderes wollen: Wir wollen bewusst oder unbewusst etwas, was diesen Weg regelrecht versperrt.... noch schnell eine Aufgabe erledigen, noch schnell eine Besorgung erledigen, noch mal kurz eine Whatsapp lesen oder beantworten, noch kurz mal bei den Social Media oder in den Nachrichten vorbeischauen. Getrieben, besorgt um etwas, völlig eingewickelt in eine Kaskade von Gründen und Glaubenssätzen.
Wo bleibt das "Einfach Sein"?
Ich veranstalte ein Sommerfest mit dem Titel "Just Be!", völlig ausgerichtet darauf, dieses Ankommen im eigenen Körper und Hier und Jetzt zu begünstigen und ertappe mich, wie ich in der Vorbereitung To do-Listen abarbeite. Schaff ich es, das auch in der Grundhaltung des "Einfach Seins", also des Bewussten Seins zu tun? Ich versuche es, ertappe mich aber auch dabei, achtsamkeits-schlapp zu sein.
"Einfach sein", wach und entspannt, und doch sich voll seiner Aufgabe widmen - geht das? Es wird in den alten Schriften sehr schön beschrieben, dass JA, so z.B. in der Bhagavat Gita, die die Sankya-Philosophie erklärt: "Wer weise und frei von Zweifeln ist, dem ist es nicht zuwider, unangenehme Dinge zu tun, noch entwickelt er eine Anhaftung an die angenehmen. " (18. Kapitel vom Loslassen)
Was eine Tätigkeit unangenehm macht - ist es die Sinnhaftigkeit, die wir ihr geben (oder nicht?). Ist es die Schwierigkeit, der Grad an Langweile? Ich merke, wie ich öfters mit der Bewerbung meiner Events überfordert bin und nicht weiß, wie ich es anpacken soll. Diese digitale Welt ist für mich nicht komfortabel; ein Fahrzeug, das ich nutze wie ein Auto: Ich mag es irgendwie viel lieber, zu Fuß zu gehen oder mit dem Rad zu fahren, aber ich will manchmal weite Strecken schnell überwinden oder schwere Dinge transportieren, also verwende ich das technisch überlegenere Tool. So ist das mit dem Digitalen auch. Gerade übe ich, einfach damit zu sein. Hier schreiben, hinein in das digitale Äther, und irgendwie ist das doch cool, dass du das jetzt lesen kannst. Ohne dieses Medium gäbe es diese Form der Verbindung gar nicht. Können wir beide einfach so sein in diesem Medium, ohne uns selbst zu vergessen? Wie geht es dir damit?
Ich wünsche Dir viel Freude am connecten mit anderen, auch digital und am einfach Sein mit dir selbst, auch manchmal komplett analog. Einfach unter einem Baum sitzen und ins Tal schauen.
Oder an einem Yogatag in Community teilnehmen. Ganz verbunden mit dir selbst. Just be. Here and Now. Mehr Infos für den Sommer Yoga Tag 18.7.2026 Just Be ! 2026 | Yoga- und Psychotherapie

"Lass alle Vorstellungen fallen und begib dich schnell hinein in das, was du bist." (Kabir)





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